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Künstliche Intelligenz als globaler Faktor

 

600 Experten für Künstliche Intelligenz unterzeichneten Mitte Juni 2018 einen Aufruf für eine europäische Initiative. Darin fordern sie die europäischen und nationalen Entscheider auf, ihre Unterstützung für Forschungsexzellenz und Innovation in der Künstlichen Intelligenz (KI) drastisch zu erhöhen. Künstliche Intelligenz wird die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, grundlegend verändern, so die Argumentation der Forscher. Sie fordern die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, die die menschliche Intelligenz ergänzt, anstatt sie zu ersetzen.

 

Unter den Unterzeichnern sind Spitzenforscher aus 20 europäischen Ländern, aus allen Bereichen der KI, darunter Vorsitzende nationaler KI-Gesellschaften, Leiter von Spitzenforschungsinstituten und viele Herausgeber wissenschaftlicher KI-Zeitschriften. Ab sofort können weitere Unterstützer den Brief auf www.claire-ai.org elektronisch unterschreiben. In ihrer Erklärung argumentieren die Experten, dass die Forschung zur Künstlichen Intelligenz für die Zukunft Europas von entscheidender Bedeutung ist. »Wir leben in einer wissensbasierten Welt«, sagte Holger Hoos, Professor für Maschinelles Lernen an der Universität Leiden und einer der Initiatoren. »Wissen und Intelligenz sind die wertvollsten Ressourcen in jeder Gesellschaft. Daher sind Investitionen in Forschung und Bildung klug. Investitionen zur Erforschung und Lehre der Künstlichen Intelligenz sind doppelt klug: Sie steigern die Intelligenz von Menschen und Maschinen.«

Die USA, China und Kanada investieren kräftig. Im vergangenen Jahr kündigte die chinesische Regierung ein Programm an, das darauf abzielt, bis 2030 die Spitzenstellung in allen Bereichen der Künstlichen Intelligenz zu erlangen. Dazu Morten Irgens, Vizerektor an der Metropolitan University Oslo: »Wenn es ein anderes Thema gewesen wäre, hätte ich gesagt: Gut für sie. Wir haben eine Reihe von Bereichen, in denen wir gut sind. Aber wenn es um den Bau von intelligenten Maschinen geht, die im Grunde genommen Dominanz in allen erdenklichen Bereichen, von Konsumgütern bis hin zu Sicherheit, etablieren sollen, dürfen wir unsere Köpfe nicht in den Sand stecken.« Nach Auffassung von Irgens ist Künstliche Intelligenz ein globaler »Game Changer«. KI werde das Leben und die Gesellschaften verändern. Einem geflügelten Wort zufolge, indem es heißt, der beste Weg die Zukunft zu meistern, bestehe darin, sie zu schaffen, wollen die Unterzeichnerder europäischen KI-Initiative das nicht anderen überlassen.

Bereits im April 2018 unterzeichneten 25 europäische Länder die Zusage, die Finanzierung und Koordination der KI-Forschung zu erhöhen, zwei Wochen später veröffentlichte die Europäische Kommission erste Pläne zur Finanzierung von KI-Forschung und Innovation mit rund 20 Milliarden Euro.

Prof. Philipp Slusallek, wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem weltweit größten KI-Forschungszentrum, begrüßte diese Entscheidung: »Die Investition ist für Europa enorm wichtig, aber wir sollten sie smart nutzen. Die Unterzeichner dieser Erklärung halten es für notwendig, in die Forschungsexzellenz in allen Bereichen der Künstlichen Intelligenz in ganz Europa zu investieren.« Die Initiative fordert die Gründung einer Konföderation der Laboratorien für Künstliche Intelligenz-Forschung in Europa (CLAIRE). Ein großer zentraler Knotenpunkt stellt Forschungsinfrastruktur, Daten und Computing-Ressourcen zur Verfügung, die ansonsten unerreichbar wären, und macht sie regionalen Exzellenzzentren und allen anderen Partnern zugänglich. Mit CLAIRE soll erreicht werden, dass die Hauptforschung global wird und von vielen exzellenten Forschern und Laboren in ganz Europa und der Welt betrieben wird. Und durch die Koordinierung ihrer KI-Forschung könnten sie in allen Bereichen eine viel größere Hebelwirkung und deutlich mehr Anerkennung erhalten.

 

Über die Initiative:
CLAIRE ist die Abkürzung für »Confederation of Laboratories for Artificial Intelligence Research in Europa«. Die Initiative wurde ins Leben gerufen von Dr. Holger Hoos, Professor für Maschinelles Lernen am Institute of Advanced Computer Science (LIACS) an der Universität Leiden, Niederlande, Dr. Morten Irgens, Vizerektor an der Oslo Metropolitan University, Norwegen, und Prof. Dr. Philipp Slusallek, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Deutschland. Das DFKI ist weltweit eines der größten gemeinnützigen Forschungszentren für innovative Softwaretechnologien auf der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz. Die Oslo Metropolitan University (OsloMet) ist eine der jüngsten Universitäten Europas mit Fokus auf den technologischen Wandel der Lebens- und Arbeitswelten. Die Universität Leiden ist die älteste Universität der Niederlande und gehört zu den 100 forschungsintensivsten Universitäten weltweit.

 

Zusätzliche Informationen und die aktuelle Liste von Unterstützern:
https://claire-ai.org

DFKI-Kontakt
Prof. Dr. Philipp Slusallek

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CLAIRE: We Need to Take Bold Steps to Keep Europe Competitive in  Artificial Intelligence 

European Artificial Intelligence (AI) is at a crossroads, given the huge investments in the technology in the US and China. “Bold and disruptive steps must be taken very quickly to maintain Europe’s strong position in artificial intelligence” is the clear message sent by over 100 key representatives of the European AI community at a meeting last Friday in Brussels. The meeting was organized by CLAIRE (Confederation of Laboratories for Artificial Intelligence Research in Europe), a quickly growing grassroots initiative of top European researchers and stakeholders in artificial intelligence, with already over 2100 supporters from 29 countries. CLAIRE aims for »AI made in Europe, for Europe and the world.«

Enquete-Kommission zur künstlichen Intelligenz

Der Bundestag hat Ende Juni 2018, eine Enquete-Kommission »Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Potenziale« eingesetzt. Dem Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und Die Linke (19/2978) stimmten auch Bündnis 90/Die Grünen und die AfD zu. Die Kommission hat den Auftrag, Handlungsempfehlung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu formulieren. Sie soll unverzüglich eingesetzt werden und nach der parlamentarischen Sommerpause 2020 ihren Abschlussbericht mitsamt Handlungsempfehlungen vorlegen. Ihr gehören 19 Mitglieder des Bundestages sowie 19 Sachverständige an.

Video ansehen: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw26-de-enquete-kommission-kuenstliche-intelligenz/560330

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Hannah Bast. Foto: privat

Freiburger Informatikerin wird Sachverständige in KI-Enquete-Kommission

Die Informatikerin Prof. Dr. Hannah Bast von der Universität Freiburg ist als Sachverständige in die Enquete-Kommission »Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Potenziale« berufen worden. Sie ist eine von 19 Expertinnen und Experten, die in den nächsten zwei Jahren Handlungsempfehlungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz für den Bundestag erarbeiten werden. Der Kommission gehören außerdem 19 Mitglieder des Bundestags an. „Ich sehe es als eine meiner Aufgaben, sachlich darüber zu informieren, was Künstliche Intelligenz aktuell und in absehbarer Zukunft zu leisten imstande ist und was nicht und ebenso, welche Risiken dabei tatsächlich bestehen“, sagt Bast zur ihrer neuen Herausforderung.

Bast ist seit 2009 Professorin für Algorithmen und Datenstrukturen an der Universität Freiburg. Zuvor leitete sie von 2000 bis 2007 eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken. Während eines anschließenden Forschungsaufenthalts beim Unternehmen Google in Zürich/Schweiz entwickelte sie ein Verfahren, das die Routenplanung in Netzwerken öffentlicher Verkehrsmittel um ein Vielfaches beschleunigt und seit 2010 bei Google Maps eingesetzt wird. Bast wurde für ihre wissenschaftliche Arbeit unter anderem mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft, dem Google Focused Research Award und dem Alcatel-Lucent-Forschungspreis Technische Kommunikation ausgezeichnet. Ab dem 1. Oktober 2018 übernimmt sie außerdem das Amt der Dekanin der Technischen Fakultät der Universität Freiburg.

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